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BSR entsorgt Kunstwerk


Fahrer räumte Bühne aus Rindenmulch auf der Marzahner Promenade weg

Rindenmulch gehört nicht auf die Straße.
Wenn es aber auf der Marzahner Promenade liegt, ist es womöglich Kunst.
Ein BSR-Fahrer wusste dies nicht und beendete vorzeitig die Aktion auf seine Weise.

Rindenmulch - "Kunstwerk" auf der Marzahner Promenade !?


„Stinksauer war ich, als ich davon erfahren habe“, sagt Hans Winkler. Der Künstler hatte Anfang September im Rahmen einer Kunstaktion dreieinhalb Kubikmeter Rindenmulch auf die Marzahner Promenade kippen lassen. Er sollte eine Woche liegen bleiben.
Nach drei Tagen kam die BSR und nahm den Rindenmulch einfach weg. „Wir sind nicht informiert gewesen. Dafür ist das Bezirksamt zuständig“, sagt BSR-Sprecherin Sabine Thümler. Der Fahrer des BSR-Fahrzeuges habe bei der Zentrale angerufen, als er den Rindenmulch auf der Promenade sah. Dort bekam er die Auskunft, es sei nichts angemeldet.
Die Kunstaktion war Teil einer länger währenden Reihe von ähnlichen Aktionen im Rahmen temporärer Kunstprojekte, mit denen künstlerisch die Marzahner Promenade stärker in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden soll. Sie wird bezahlt aus dem Senatsfonds „Aktive Stadtzentren“, aus dem für den Umbau der Marzahner Promenade mehrere Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Im August war bereits eine ähnliche Aktion gelaufen, bei der schwarzer Sand einen Teil der Promenade bedeckte, der von einem zum anderen Ende der Promenade gekehrt wurde. Winklers Konzept lief darauf hinaus, 50 Meter der Marzahner Promenade zu einer zeitweiligen Bühne umzugestalten. Hierfür wurde der Rindenmulch auf zwei Meter Breite und fünf Zentimeter Höhe ausgebreitet. Zwei Schauspieler lasen täglich eine Stunde Gedichte vor, bis am dritten Tag die BSR kam. Insgesamt kostete die Aktion 5000 Euro. Das Bezirksamt hatte die Aktion genehmigt. Das Kulturamt aber offensichtlich versäumt, die BSR zu verständigen. Kulturstadtrat Stephan Richter (SPD) betont aber, dass er von einer Informationspflicht nichts gewusst habe.
Künstler Winkler sieht die Hauptschuld bei der BSR. Er hat sich schriftlich an die die Leitung gewandt. Sie soll bis Mitte Oktober Stellung nehmen. Als Schadensersatz fordert er 2000 Euro.
hari

Auszug aus Artikel der "Berliner Woche" vom 5. Oktober 2011
Website der Berliner Woche: hier klicken


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