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Menschen in Raum und Zeit


Installation in der Galerie M löst Gegensätze auf, ohne Unterschiede zu verwischen


Lebenserfahrungen von Menschen aus dem Bezirk hat die japanische Künstlerin Erika Matsunami in einer Rauminstallation in der Galerie M sinnlich zusammengeführt.
Sie ist noch bis 26. August zu sehen.

Käthe Müller (links) und Menelik Schifferaw trafen zum ersten Mal beim Besuch der fertigen
Rauminstallation in der Galerie M aufeinander.
Foto: hari


Beim Betreten der Galerie fällt ein verdreht aufgehängter weißer Stuhl und ein scheinbar funktionslos im Raum hängender Fensterrahmen auf. Rechts und links hängen zwei plakatähnliche Bildarbeiten. Ganz schwach sind Stimmen zu hören, deren voller Klang aber erst wahrgenommen wird, wenn man sich der bereitliegenden Kopfhörer bedient.
Gleichgültig an welcher Stelle man sich in dem Raum befindet, imaginäre Linien scheinen den Betrachter in ein Netzwerk von Bezügen zu ziehen, denen er sich hingeben kann oder auch nicht.
„Der Raum ist von dem Gedanken der Renaissance inspiriert, dass der Mensch im Zentrum aller Dinge steht“, sagt Erika Matsunami. Die japanische Künstlerin hat die Rauminstallation geschaffen, die zur Auseinandersetzung mit der Geschichte über Geschichten einlädt. Die Geschichten liefern Protagonisten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Darunter sind die ehemalige Lehrerin Käthe Müller, der 13-jährige Menelik Schifferaw, eine Vietnamesin, die in den 80er-Jahren als Vertragsarbeiterin in die DDR kam und eine weitere Frau, die in West-Berlin wohnte und inzwischen in Marzahn lebt.
Die Künstlerin wählte sie nach dem Grundsatz aus, Gegensätze zu verbinden und zu versöhnen, ohne dass die Unterschiede verschwinden. Käthe Müller beispielsweise, 1926 in Stettin geboren, ist Zeugin deutscher Geschichte seit der Weimarer Republik, hat Nazizeit und Judenhatz, Krieg und Nachkrieg, erlebt und gibt ihre Erfahrung an junge Leute weiter. Ein solcher junger Mensch könnte Menelik Schifferaw sein. Der Sohn eines Äthiopiers und einer Deutschen lebt in Hellersdorf. Für ihn ist es selbstverständlich, ein Deutscher zu sein und mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft in Marzahn-Hellersdorf zu leben.
hari
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Galerie M, Marzahner Promenade 13,
Öffnungszeiten: täglich, außer sonnabends, von 10 bis 18 Uhr, Tel.: 545 02 94.

Auszug aus Artikel der "Berliner Woche" vom 20. Juli 2011
Website der Berliner Woche: hier klicken


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